Fünftausendmal ging er an den Ort, an dem er diejenige traf, die er am meisten auf der Welt liebte. Und fünftausendmal kehrte er allein zurück, ohne die Hoffnung aufzugeben, bis zum letzten Tag seines Lebens. Nicht umsonst wurde der Hund Fido genannt, was "treu" bedeutet.

An einem kalten Abend kam ein Arbeiter aus Borgo San Lorenzo namens Carlo Soriani von der Fabrik nach Hause. Als er am Straßenrand entlangging, bemerkte der Mann einen verletzten Hund. Carlo sah sich den Hund genauer an und stellte fest, dass er sehr jung war, offenbar in diesem turbulenten Jahr 1941 geboren.

Soriani nahm den Hund mit nach Hause. Quelle: zen.yandex.com

Soriani hatte Mitleid mit dem Hund und nahm ihn mit nach Hause. Der Arbeiter und seine Frau gaben Fido einen neuen Namen und pflegten ihn wieder gesund. Als der Welpe stärker wurde, nahm er es auf sich, sein Herrchen zu beschützen, das er so sehr liebte, wie dankbare Hunde nur lieben können.

Jeden Tag begleitete er Carlo zum Bus, der ihn zur Arbeit brachte, und holte ihn abends dort ab. Carlo würde den Hund streicheln und mit ihm nach Hause gehen, wo eine warme Mahlzeit auf sie beide wartete.

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Fidos glückliches Leben dauerte bis 1943. Fast in der Silvesternacht, am 30. Dezember, wurde Borgo San Lorenzo von einem Luftangriff getroffen. Viele Gebäude wurden bombardiert und Menschen wurden getötet. Carlo war unter ihnen. Auch die Fabrik, in der er arbeitete, wurde in Mitleidenschaft gezogen.

Der Hund wusste das natürlich nicht. Er ging zur Bushaltestelle, wie er es immer tat, setzte sich an den Rand und wartete auf den Bus. Aber sie kam nie. Der Hund wurde unruhig, verließ aber seinen Platz nicht. Er wartete vertrauensvoll.

Fido. Quelle: zen.yandex.com

Die Zeit verging. Der Bus kam, aber ganz anders als der, auf den Fido gewartet hatte. Fremde Personen, die der Hund nicht kannte, stiegen aus. Der Hund ist allein nach Hause gelaufen.

Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Und der Hund wartete weiter. Er ging jeden Tag zur Bushaltestelle, setzte sich dort hin und beobachtete die Menschen genau. Er wartete geduldig auf die Ankunft des alten Busses, wo der wunderbarste Mann der Welt aussteigen würde.

Es waren fast 15 Jahre vergangen. Der alte Hund ging immer noch zur Bushaltestelle. Er hatte viel überlebt: einen Angriff von Fotoreportern, die Verleihung einer Goldmedaille aus den Händen des Bürgermeisters und die Errichtung eines Denkmals auf Lebenszeit für ihn. Aber den Hund kümmerte das wenig. Er machte sich nur über eines Gedanken: Warum dauerte es so lange, bis sein Herr zurückkam? Wo war er?

Solche Gedanken müssen ihm am letzten Tag seines Lebens, dem 9. Juni 1958, durch den Kopf gegangen sein. Wie immer schlief er an der Bushaltestelle ein und wartete auf seine wundersame Rückkehr. Aber es geschah kein Wunder.

Fido. Quelle: zen.yandex.com

Der Wunsch des Hundes, an der Seite seines Herrchens zu sein, ging jedoch in Erfüllung, wenn auch erst posthum. Er wurde neben Carlo Soriani, außerhalb der Stadt, begraben.

Die Menschen waren so begeistert von der Treue des Hundes, dass seine Geschichte sogar über den Ozean hinaus bekannt wurde. Und in seiner Heimatstadt wurde dem Hund ein Denkmal gesetzt. Das Denkmal wurde in Anwesenheit von Fido und seiner Geliebten, der Witwe Soriani, vom Bürgermeister persönlich eingeweiht.

Denkmal für Fido. Quelle: zen.yandex.com

Das Denkmal wurde bald von Vandalen angegriffen. Die Stadtverwaltung bat den Autor Salvatore Cinpolle, das Denkmal aus Bronze anfertigen zu lassen. Und so wurde es gemacht.

Der bronzene Fido steht immer noch auf dem Dante-Platz und erinnert die Menschen daran, wie wichtig es ist, denen, die man liebt, dankbar und treu zu sein.

Denkmal für Fido. Quelle: zen.yandex.com

Quelle: zen.yandex.com

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