1987 gruben Journalisten eine echte Sensation aus: Es stellte sich heraus, dass Elizabeth II. Cousinen hatte, die jahrelang vor der Öffentlichkeit verborgen waren. Und zwar nicht irgendwo, sondern in einer Nervenheilanstalt. Es war ein echter Skandal.

Nerissa und Catherine Bowes-Lyon - Frauen, deren Existenz fast 60 Jahre lang niemand vermutete.

Elizabeth II. und Catherine Bowes-Lyon. Quelle: pulse.mail.com

29. Juli 1981 in der britischen königlichen Familie hielt ein großes Ereignis, das von strategischer Bedeutung für die Krone war. Kronprinz Charles heiratete Diana Spencer.

Als die Kutsche der Königin vor der St. Paul's Cathedral vorfuhr, stürzten alle Reporter auf sie zu. Elizabeth II. wandte sich wie immer würdevoll den Reportern zu und winkte den Fernsehkameras zu.

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Elizabeth II. und John Spencer fahren vor die St. Paul's Cathedral, 29. Juli 1981. Quelle: pulse.mail.com

Im gleichen Moment kuschelten sich im Königlichen Nervenheilanstalt in Surrey zwei Frauen mittleren Alters in weiten grünen Kleidern an den Fernsehbildschirm, der das lächelnde Gesicht von Elizabeth II. zeigte. Plötzlich begannen sie, der Königin zuzuwinken.

Die Frauen konnten nichts Deutliches sagen, aber sie muhten laut und versuchten, ihre Freude über das Bild auf dem Fernsehbildschirm auszudrücken. Wie sich eine der Krankenschwestern, Onella Braithwaite, erinnert, war es ein sehr trauriger Anblick.

Die beiden Frauen waren Nerissa und Catherine Bowes-Lyon, Nichten der Königinmutter und Cousinen von Elizabeth II. Doch trotz ihrer Verwandtschaft mit den Windsors haben sie nie die Schwelle des Buckingham Palace überschritten. Außerdem wusste bis 1987 niemand von ihrer Existenz.

Eine Gedenktafel an der Grabstätte von Nerissa Bowes-Lyon. Quelle: pulse.mail.com

Im Jahr 1986 verstarb Nerissa. Ein paar Monate später, als ein Journalist über einen kleinen lokalen Friedhof schpazierte, bemerkte er ein Schild mit einem bekannten Nachnamen - Bowes-Lyon.

Da kam die Wahrheit ans Licht. Es war mehr als ein Skandal. Ein echter Skandal, der das Image der Monarchie beschädigte.

Ein Schandfleck für eine adlige Familie

John Bowes-Lyon, 1923. Quelle: pulse.mail.com

Während des Ersten Weltkriegs wurde der Bruder von George VI, John, einberufen. Aber er musste nach einer schweren Verletzung nach Hause zurückkehren. Seine ärztliche Untersuchung bestätigte eine Reihe von psychiatrischen Diagnosen, darunter Neurasthenie und Nervenzusammenbrüche.

Seine Töchter haben möglicherweise eine genetische Veranlagung für psychische Störungen geerbt. Er hatte fünf Kinder - alle Mädchen.

Fenelle Bowes-Lyon mit einer ihrer älteren Töchter, 1923. Quelle: pulse.mail.com

Nerissa war die Drittälteste. Und als sie geboren wurde, ahnten ihre Eltern, dass etwas nicht stimmte.

Die Ärzte hatten bei ihr eine Entwicklungsbehinderung diagnostiziert und ihren Eltern geraten, ihren Gesundheitszustand genau zu überwachen. In jenen Tagen galten Geisteskrankheiten als Schande für die Familie.

Die Geburt ihrer jüngsten Tochter, Catherine Bowes-Lyon, folgte einem ähnlichen Szenario. Die Eltern waren untröstlich. Schon damals waren Nerissa und Catherine von ihren gesunden Schwestern isoliert - und im Prinzip von der gesamten weltlichen Gesellschaft.

Die "besonderen" Mädchen lebten eingesperrt. Nerissa und Catherine hatten nicht einmal sprechen gelernt: ihre Sprache bestand aus Muhen und anderen seltsamen Lauten.

John und Fenelle kümmerten sich um die armen Mädchen, konnten es sich aber nicht einmal leisten, medizinisches Fachpersonal einzuladen. Andernfalls wäre der "Schandfleck auf der edelsten Familie" öffentlich gemacht worden. Und das konnte nicht erlaubt werden.

Die Situation verschlimmerte sich 1930, als John starb und die gesamte Verantwortung für die Schwestern auf den Schultern seiner Witwe ruhte.

Ganz allein - bis zum Ende

Nerissa und Catherine Bowes-Lyon. Quelle: pulse.mail.com

Je älter Nerissa und Catherine wurden, desto schwieriger war es, ihr Verhalten zu kontrollieren.

Während des Zweiten Weltkriegs erkennt die Mutter von Nerissa und Catherine, nachdem sie fast alle Bediensteten verloren hat, dass sie nicht mehr schafft. Dann schlug der Großvater der Schwestern, Baron Clinton, vor, dass Fenelle die Mädchen im Earlwood Hospital unterbringen und das medizinische Personal bezahlen sollte.

Fenelle stimmte zu, weil sie keine andere Lösung sah. So landeten Nerissa und Catherine in der Earlswood Mental Health Clinic in der Grafschaft Surrey.

Earlswood Mental Health Clinic in Surrey. Quelle: pulse.mail.com

Nach dem Tod von Fenelle Bowes-Lyon und Baron Clinton blieben die Mädchen ganz allein.

Trotzdem hatte das Personal gute Erinnerungen an Nerissa und Catherine. Die Mädchen verhielten sich wie normale Kinder. Manchmal waren sie ungehorsam, aber sie machten dem Krankenhauspersonal nicht viel Ärger.

Als Journalisten erfuhren, dass die Cousinen von Elizabeth II. jahrzehntelang in einer Nervenheilanstalt festgehalten worden waren, machte die Geschichte sofort Schlagzeilen. Reporter belagerten den Buckingham Palast und baten um einen Kommentar zu der schrecklichen Situation.

Doch die Palastbeamten beschränkten sich auf einen knappen Kommentar: "Dies ist eine Angelegenheit der Familie Bowes-Lyon".

Es ist unwahrscheinlich, dass wir jemals die ganze Wahrheit über den Fall der "verschwundenen" Schwestern erfahren werden. Vor allem, da sie beide diese Welt bereits verlassen haben.

Quelle: pulse.mail.com

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